Montag, 27. August 2018

Zur Frage der Vermischung oder Trennung von Musik und Politik

Der Reaktion der Rhein-Neckar-Zeitung auf meine persönliche Position zum Umgang mit den beiden Themenfeldern Musik und Politik entnehme ich, dass deren Grundlinien und Kriterien nicht verstanden worden sind. Ich stelle diese daher hiermit nochmals klar:

1.) Entweder man begrüßt eine Positionierung von Künstlern in politischen Fragen unabhängig von deren Einstellung - oder nicht. Eine Positionierung nur im Falle von opportunen Meinungen willkommen zu heissen ist zwar verständlich, hat aber mit Beiträgen zu demokratischer Willensbildung im Sinne des Grundmodells von These-Antithese-Synthese nicht viel zu tun.

2.) Als Feinde der demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft betrachte ich nicht Menschen, die vor ihrer Unterwanderung, ihrer Erosion, der Perversion ihrer ursprünglich konstituierten Werte, ihrem Ausverkauf an ihre erklärten Feinde, und ihrem absehbaren Zerfall warnen, sondern solche, die genau diese negativen Geschäfte betreiben: Anhänger von menschenrechtswidrigen Totalitalitarismen aller Couleur wie Faschismus, Kommunismus, Sozialismus und Islam, sowie deren Unterstützer und Steigbügelhalter.

3.) Ich habe nie behauptet, meine Kunst und meine private Meinung seien zwei völlig getrennte Dinge, hätten nichts miteinander zu tun und würden auch nie vermischt. Im Gegenteil: Als Komponist habe ich schon 2006 Stellung bezogen mit meinem „GEDENKSTEIN für die 500 Millionen Terror-Opfer von Faschismus, Kommunismus, Christentum und Islam“, zuvor bereits 2001 bis 2003 mit meinen „Verbotenen Trauermärschen“ oder auch aktuell in den (2015 meinem säkular-jüdischen vierhändigen Klavierpartner Jérôme Bloch gewidmeten) „Meditations séculiers“ über Themen von Hartmut Krauss.

4.) Als Pianist habe ich in eigenen Konzerten bei Veranstaltern oder Partnern, die mir ihr Einverständnis hierfür gegeben haben, immer wieder einige dieser Stücke mit politischer Aussage ins Programm genommen. In einigen (allerdings leider seltenen) Fällen habe ich sogar ein Konzert mit der Lesung säkular-freigeistig geprägter Texte kombiniert.

5.) In meiner Eigenschaft als Veranstalter von Konzerten oder als Veranstaltungspartner hatte ich hingegen mit Partnern, Förderern, Sponsoren und Konzertbesuchern zu tun, die möglicherweise ganz andere politische Auffassungen vertraten als ich. Insofern habe ich bei all solchen Kooperationen, bei denen ein Einbeziehen meiner politischen Positionen in die Kulturarbeit möglicherweise zu einem Kompromittieren oder Vor-Den-Kopf-Stossen der beteiligten Partner, Förderer und Besucher hätte führen können, jene Haltungen ab einem frühen Zeitpunkt, seitdem mir die Tragweite des Themas angesichts der unversöhnlichen Spaltung Deutschlands bereits bewusst geworden war, konsequent aus den gemeinsamen Veranstaltungen heraus gehalten.

Kurz gefasst bin ich als autonomer Künstler, der nur für sich selbst spricht, sehr wohl politisch. Als Veranstaltungspartner, der auch die Interessen anderer Beteiligter mit zu vertreten hat, enthalte ich mich im öffentlichen Rahmen gemeinsamer Projekte hingegen politischer Stellungnahmen. Das verlangt die Professionalität jeder erfolgreichen Zusammenarbeit, wie ich Sie schon seit Jahren leiste und betreibe.

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