Sonntag, 5. Mai 2013

Martin Münch: Sonatine für Cello solo - Werkerläuterung


Martin Münch ( *1961)

Sonatine für Cello Solo op. 41

Diese Sonatine ist nach der Sonate für Violoncello und Klavier meine zweite große Auseinandersetzung mit dem Instrument Violoncello. Wie auch schon in dieser Sonate und in einigen anderen meiner Werke bildet der Wunsch nach Synthese von zunächst unvereinbar Erscheinendem eine mächtige Triebfeder der musikalischen Prozesse. So finden sich insbesondere im ersten und im dritten Satz Elemente meiner romantischen, musikalischen Sozialisation, ebenso wie leicht verfremdete Anspielungen auf Elemente des Jazz, Pop und der Avantgarde, virtuose Adaptionen aus dem reichhaltig funkelnden Fundus der Klavierparaphrasen- Tradition, eigenständig weiterentwickelt und aufs Violoncello übertragen. Und zuletzt die Bemühung, meinen sehr harmonisch geprägten persönlichen Stil auch beim Umgang mit einem Melodie- und Soloinstrument aufrecht zu erhalten und durchscheinen zu lassen. Dabei hatte ich mich als Nicht-Cellist der Aufgabe zu stellen, einerseits vom Cello her zu hören und zu denken, und andererseits die genannte Synthese auf überzeugende Weise mit meinen musikalischen Anliegen zu verbinden.
Die Unrast der Ecksätze spiegelt die häufig anzutreffende Lebenssituation des heutigen, modernen, kosmopolitischen Menschen wieder, während der cantable Mittelsatz (im spanischen Sitges, am Meer komponiert) einen Ort des Rückzugs und der melancholischen Sehnsüchte markiert.

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