Freitag, 6. April 2018

VORSCHAU :: Neckar-Musikfestival im April und Mai :: Heidelberg, Bad Wimpfen und Lorsch :: Infobrief Neckar-Musikfestival 9

Sehr geehrte Damen und Herren,
 liebe Freunde des Neckar-Musikfestivals,

wir begrüßen Sie herzlich zu den Konzerten des Neckar-Musikfestivals im Frühling 2018!

Lesen Sie im heutigen Newsletter die folgenden Informationen zu
den Monaten April und Mai der diesjährigen Festival-Saison:
  1. Martin Münch: Was kann Musik in Schicksalszeiten beitragen?
  2. Neckar-Musikfestival April/Mai
  3. Ticket-Vorverkauf bei RESERVIX
Wir freuen uns auf Ihren geschätzten Besuch unserer Konzerte der neuen Saison.

Mit besten musikalischen Grüßen

Martin Münch

Komponist und Pianist
Festivalleiter Neckar-Musikfestival
www.neckarmusikfestival.de
www.martin-muench.de

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1.) Martin Münch: Was kann Musik in Schicksalszeiten beitragen?


Liebe Konzertfreunde
liebe Freunde der klassischen Musik,

immer wieder hat sich in Schicksalszeiten die Frage nach der Rolle der Musik gestellt. Die Schicksalhaftigkeit der heutigen Zeit wird immer mehr Menschen bewusst und damit auch die Tatsache, dass man über manche schwerwiegende Erscheinungen dieser Tage nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann oder sollte. Dies gilt völlig unabhängig von der Frage, auf welcher Seite der immer weiter sich - je nach Sichtweise - auftuenden oder von machtvollen Kreisen vorangetriebenen gesellschaftlichen Kluft man weltanschaulich steht.

Gibt es in diesem Kontext so etwas wie eine Rolle der Musik, die diese als quasi „übergeordnete Instanz" eingenommen hätte? Wenn wir einen kleinen Blick in die Geschichte wagen wird sehr schnell klar, dass dies nicht der Fall ist. Selbst nachdem die Musik keine klangliche „Hofberichterstattung" mehr war, sondern sich von der Bindung an den Adel gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelöst hatte, war sie alles andere als politisch oder gesellschaftlich „neutral". Ebenso wenig eignete sie sich dazu, wie in häufigen Fehl-Zuschreibungen vermutet,  das „Allgemein-Menschliche" sichtbar bzw. hörbar zu machen.

Das begann bereits mit Schuberts verstohlen-politischen Vertonungen der Stoffe des im Knast einsitzenden Revolutionärs Schubart (mit „a"), ging weiter mit Beethovens Napoleon-Widmung der Eroica und deren wutentbrannter Rücknahme nach dessen selbstverherrlichender Kaiserkrönung, machte intensive musikalische Ausflüge in Chopins den durch die Russen an den Polen verübten Massenmord durch einen entsetzten Aufschrei kommentierenden Revolutions-Etüde, gipfelte gewiss nicht in Tschaikowskys staatsverherrlichender und den russischen Sieg über Napoleon feiernder Ouvertüre „1812" und ebenso wenig in Schönbergs ganz eindeutig Partei beziehendem „Ein Überlebender aus Warschau", sondern feierte vielleicht noch am ehesten mit halbwegs sich auf übergeordnete Positionen zurückziehenden Anti-Kriegs-Stücken wie Strawinskys Geschichte vom Soldaten oder Ravels La Valse ein erschöpftes Zurücksinken auf einen Pazifismus, der für jene Epoche verständlich, für die heutige Zeit freilich wieder wohlfeil und allzu bequem eingenommen sich darzustellen scheint. Nota bene: Bei diesem Befund ist explizit nicht von Russland die Rede.

Dieser kurze Ausflug in die Musikgeschichte belegt beispielhaft in beliebig vermehrbarer Weise, dass Musik öfters, als sie das „Allgemein-Menschliche" sichtbar gemacht hätte, zur Kriegspartei geworden ist. Man mag es begrüssen, man mag es betrauern: Musik hat häufiger Position bezogen, als genau dieses Beziehen von Position anzuprangern. Selbst Beethovens arg strapazierte „Ode an die Freude" macht da keine Ausnahme, vor allem, wenn sie nun von einer demokratisch nur sehr mangelhaft legitimierten und gegen den europäischen Geist autonomer und miteinander in freiheitlichen Idealen verbundener Völker gerichteten Institution als „Hymne" benutzt wird. Dagegen wäre grundsätzlich nichts zu sagen, wenn dieser Einsatz als „Kriegsmusik" von den Komponisten in offener Weise zugegeben, gehandhabt und gewünscht worden wäre. Demgegenüber herrscht hingegen zumeist Camouflage vor. es ist zwar bei vielen Werken von „politischer Musik" die Rede (Brecht, Weill, Henze u.v.m.), bei vielen hingegen auch nicht - die dies trotzdem sind. Das gilt für erklärt „linke" Komponisten genauso wie für erklärt „rechte", die ihre Intentionen oft mit Aplomb und Brimborium verschleiern und verstecken. Und es gibt auch das Umgekehrte, wo eine Musik wie Liszt „Les Préludes" keinen politischen sondern vielmehr einen psychologischen Bezug hatte, für einen solchen aber (Nazi-Wochenschauen) missbraucht wurde.

Kann Musik in Schicksalszeiten nun also etwas beitragen oder nicht? Eine vorläufige Antwort könnte so aussehen: Musik ist aufgrund der ihr eigenen inneren Bewegungsgesetze so etwas wie „unverwüstlich". Sie kann politisch sein wollen - und ist trotzdem gut (oder auch schlecht) und zudem mit dem „Allgemein Menschlichen" verbunden, ob sie will oder nicht. Dies gilt selbst für alle oben genannten Beispiele. Tschaikowskys „1812"-Ouvertüre z.B. bleibt trotz der damaligen eindeutigen franzosenfeindlichen Parteinahme ein musikalisch gutes und extrem wirkungsvolles Stück, das man heutzutage selbst in Frankreich geniesst. Gibt es überhaupt unpolitische Musik? Will nicht jede Musik, ganz unabhängig von oder auch im Einklang mit ihrem Titel, etwas erreichen oder verändern, mit dem man als Hörer einverstanden sein kann oder auch nicht? Darf man sich Musik des weltanschaulichen Gegners, etwa als italienischer Linker Respighi und als Rechter Casella, anhören oder gar geniessen?

Trägt die Musik durch ihre beschriebene „Unverwüstlichkeit" in Schicksalszeiten mehr bei als andere Kultursparten oder tun dies doch eher Texte durch ihre größere Klarheit, eindeutigere Aussagekraft und differenzierende Wirksamkeit? Noch gar nicht wurde gesprochen von der im Hinblick auf das, worauf es angekommen wäre, wirkungslos verhallten „Musik in Auschwitz" oder der umgekehrt beklemmend angepassten „Musik in der DDR". Ebenso wenig wurde gesprochen von den unseligen Maßnahmen der CIA im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland, die „Neue Musik" zur Volks-Umerziehung einzusetzen und zu einer kulturell äußerst destruktiven Waffe im Kalten Krieg hochzurüsten. Eine Jungfräulichkeit der Musik gibt es historisch betrachtet definitiv nicht, zumindest häufig nicht bezüglich ihrer Entstehung und Verwendung, Es gibt sie hinsichtlich ihrer Rezeption, sei dies nun ein Fluch oder ein Segen. Musik kann Menschen in Schicksalszeiten einlullen, sie kann sie freilich auch aufwecken.

Falls sie das tut ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie dies zum Behuf einer Einflussnahme durch ihre verborgenen Indoktrinations-Fähigkeiten eher zugunsten einer bestimmten Haltung oder Gefühlslage unternimmt (in der Filmmusik hat sie oft genug eindringlich bewiesen wie gut sie das kann), als zugunsten des „Allgemein-Menschlichen". Es nimmt uns Individuen eben niemand ab, kritisch, wach und aufmerksam zu sein. Dem Kreativen auf der einen Seite entspricht die bedachte Achtsamkeit auf der anderen. Das ist auf Hörerseite dann auch schon wieder fast so etwas wie eine Art von korrespondierender Kreativität und definitiv etwas, das zu investieren, bereitzustellen und in sich zu entwickeln sich lohnt.

Martin Münch

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2.) Das Neckar-Musikfestival im April und Mai

Mi. 11. April 2018, Konzertsaal Schloss Wolfsbrunnen, 20 Uhr
Claude Debussy zu Ehren
Debussy-Préludes zum 100. Todestag und Werke von Nin, Schmidt, Klaas und Münch
Rainer Klaas, Klavier (S)

Sa. 21. April 2018, Altes Spital Bad Wimpfen, 19:30 Uhr
Englischhorn und Klavier
Das Duo Mikrokosmos spielt Cossart, Mendelssohn, Lickl, Brahms, Ivon
Gian Marco Solarolo, Englischhorn und Cristina Monti, Klavier (N)
So. 22. April 2018, Nibelungensaal im Alten Rathaus Lorsch, 18 Uhr
Virtuose Hexereien
Monteverdi, Beethoven, Chopin und Werke von M. Münch
Emanuele Delucchi (La Spezia), Klavier (N)
Mi. 9. Mai 2018, Konzertsaal Schloss Wolfsbrunnen, 20 Uhr
Gaspard de la nuit
Ravel, Tansman sowie Walzer und Tangos von Münch
Pietro Ceresini, Klavier (S)
Mo. 21. Mai 2018, Kursaal Bad Wimpfen, 19:30 Uhr
Serenadenkonzert
Wiener Kaffeehausmusik von Strauss, Kreisler, Elgar, Monti u.a.
Trio Salonissimo (Nationaltheater Mannheim) (N)

Das genaue Festivalprogramm finden Sie auf
Dort können demnächst auch die Abendprogramme der kommenden Konzerte heruntergeladen werden.

Eintrittspreise

(N) Normalpreis: VVK 12 Euro, Abendkasse (AK) 15 Euro,
     ermäßigt VVK 8 Euro, AK 11 Euro, mit PianoCard frei
(R) Reduzierter Preis: VVK 10 Euro, AK 7 Euro,
     ermäßigt VVK 5 Euro, AK 8 Euro, mit PianoCard frei
(S) Sonderpreis: VVK/AK einheitlich 6 Euro, mit PianoCard frei
(E) Eigene Preise: siehe Partnerseite, mit PianoCard ermäßigt
(F) Eintritt frei

Änderungen vorbehalten

Bitte beachten Sie auch unsere Präsenz auf Facebook:
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Wir freuen uns über Ihre Freundschaftsanfragen und Ihre „Likes" !

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3.) Ticket-Vorverkauf bei RESERVIX

Bestellen Sie einfach, sicher und bequem  
Karten auf www.neckarmusikfestival.de  

Direct-Link:
http://www.reservix.de/off/login_check.php?id=c6ec16e8cf3cd5077514ebef590a1f763d4616b372ef8900411779bf6bedf213&vID=13106

Karten sind an nahezu allen Vorverkaufsstellen der Neckar-Region erhältlich.

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Neckar-Musikfestival
Eintrittspreise: Normalpreis Vorverkauf 12 Euro / erm. 8 Euro, Abendkasse 3 Euro Zuschlag (N).
Reduzierter Preis: Vorverkauf 7 Euro / erm. 5 Euro, Abendkasse 3 Euro Zuschlag (R)
Konzerte zum Sonderpreis: Abendkasse und VVK 6 Euro (S).
Partnerkonzerte eigene Preise, mit PianoCard ermäßigt (P).
Concertino Weinsberg Eintritt frei (F).
PianoCard (Abo für das Hauptprogramm für Mitglieder im NMF-Förderverein): 50 Euro
Infos: www.neckarmusikfestival.de
Änderungen vorbehalten


Wir danken unseren Partnern und Förderern 2015-18:

Stiftung Landesbank Baden-Württemberg
Guttman Family Donor Advised Fund gGmbH
Volksbank Heilbronn
Raiffeisenbank Elztal

Baden-Württemberg Stiftung

Golfclub Heidelberg Lobenfeld
Stiftung Deutsche Pfandbriefbank
Gemeinde und Kulturstiftung Neckarwestheim
Kulturamt der Stadt Heidelberg - Kulturamt Bad Wimpfen - Stadt Gundelsheim

Klinikum am Weissenhof Weinsberg - Kulturetta Gundelsheim

Volksbank Kraichgau
Istituto Italiano di Cultura Stuttgart
Alexander Glasunow Stiftung München
Regierungspräsidium Karlsruhe
Augustinum Heidelberg
Rudolf Jung - Siegelsbach

Peter van Bodegom, Heidelberg - Georg Seyfarth, Heidelberg
Manuela Janicki, Karlsruhe - Dietrich Haag - Heidelberg

Schlosshotel und -restaurant Liebenstein - VHS Edingen-Neckarhausen
Gemeinde Dallau - Kulturamt Bad Rappenau - Restaurant Schloss Wolfsbrunnen Heidelberg
Kulturamt und Musikschule Viernheim - Kulturschmiede Neckargartach Heilbronn
Humanistisches Zentrum Stuttgart - Freie Musikschule Heidelberg
Gemeinde Rechberghausen - Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim
Jahrhundertwende-Gesellschaft Heidelberg - Schloss Wolfsbrunnen Heidelberg
Musikwissenschaftliches Institut der Universität Tübingen

sowie allen weiteren Partnern
www.neckarmusikfestival.de

Das Team des Neckar-Musikfestivals 2018:
Martin Münch (VisdP),
Herta Neulist,
Walter Tydecks

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P.S. Wenn Sie den Newsletter nicht mehr erhalten moechten genügt eine kurze "Unsubscribe"-Nachricht.
   Auch für eine Info bei eventuellem doppelten Erhalt sind wir dankbar.

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